Finanzblindheit – der unsichtbare Feind deines Unternehmens

by Jana Brüni  - Mai 25, 2025

Heute schreibe ich meinen allerersten Blogartikel. Und zwar nicht über Steuern, nicht über Buchhaltung, sondern über etwas, das viel tiefer sitzt:

Finanzblindheit.

Ein Phänomen, das ich bei so vielen Unternehmer:innen sehe – und das ich selbst erlebt habe.
Es ist, als würdest du mit Sonnenbrille durch den Tunnel rasen.
Du fährst zwar – aber du hast keine Ahnung, wohin.

Wenn du dein E-Banking lieber vermeidest…

Kommt dir das bekannt vor?

  • Du zögerst, dein Bankkonto zu öffnen.
  • Der Brief vom Steueramt bleibt ungeöffnet auf dem Tisch liegen.
  • Du hoffst, dass sich „die Zahlen“ irgendwie schon ausgehen – tust aber alles, um sie nicht zu sehen.

Willkommen in der Finanzblindheit.
Ich kenne sie gut – vor drei Jahren war ich selbst noch mittendrin.

Ich habe meine Buchhaltung oft erst spät erledigt. Nicht, weil ich faul war – sondern weil ich zuerst meine Kunden bedienen musste. Ich dachte, das sei Priorität.
Heute weiss ich: Das war ein grosser Fehler.

Ich hatte keine Ahnung, wo ich finanziell wirklich stand. Ich habe nur gesehen, wie das Geld auf meinem Konto kurz aufblitzte – und genauso schnell wieder verschwand. Einnahmen rein, Ausgaben raus – und am Ende blieb nur ein schales Gefühl: Irgendwas stimmt hier nicht.

 

Warum Umsatz nicht gleich Klarheit ist

Das eigentlich Tragische?

Die meisten Selbständigen, die ich begleite, haben kein Einnahmen-Problem.
Sie haben ein Systemproblem. Ein Blickproblem.

Sie arbeiten hart, liefern Top-Leistung, haben volle Auftragsbücher.
Aber am Monatsende? Geld weg. Keine Ahnung, wohin.

 

Finanzblindheit ist mehr als nur fehlendes Zahlenverständnis

Finanzblindheit ist emotional.
Ein Mix aus Angst, Scham, Unsicherheit – und dem nagenden Gedanken:
„Ich sollte das doch können.“

In einem Land wie der Schweiz, wo alles strukturiert und effizient sein soll, ist das fast ein Tabu:
zuzugeben, dass man keine Kontrolle über die eigenen Finanzen hat.

Aber weisst du was? Du bist nicht allein.

Ich bin Finanzprofi – und trotzdem musste ich selbst lernen, meine Zahlen ohne Drama anzusehen.
Nicht, um perfekt zu sein. Sondern um ehrlich zu sein.

 

Symptome von Finanzblindheit

Erkennst du dich hier wieder?

  • Du öffnest Briefe vom Steueramt mit Herzklopfen – oder gar nicht.
  • Du verschiebst Rechnungszahlungen, bis Mahnungen kommen.
  • Du weisst nicht, was du dir wirklich monatlich auszahlen darfst.
  • Du fühlst dich blockiert, wenn du über Geld sprechen sollst.

Und gleichzeitig?

Du bist top in deinem Job.
Du bringst jeden Tag Leistung.
Aber trotzdem bleibt am Ende nichts übrig.

 

Der erste Schritt zur Klarheit

Du musst keine Zahlen lieben. Aber du musst sie anschauen.

Der erste Schritt raus aus der Finanzblindheit ist brutal ehrlich – und enorm befreiend:

  • Kontoauszüge öffnen
  • Einnahmen und Ausgaben wirklich auflisten
  • Nicht urteilen. Nur beobachten.

Ich habe das geschafft mit einem System, das mir die Kontrolle zurückgab:
Profit First.

Es hat meine Beziehung zum Geld verändert – weg von „Ich hoffe, es reicht“
hin zu „Ich weiss, was da ist – und ich habe einen Plan.“

 

Mach die Vorhänge auf

Finanzielle Blindheit ist wie in einem Haus mit zugezogenen Vorhängen zu leben.
Du hast Angst, nach draussen zu schauen – aus Furcht vor dem, was du sehen könntest.

Aber draussen könnte ein wunderschöner Tag sein.
Vielleicht stellst du fest, dass deine Situation längst nicht so schlimm ist, wie du dachtest.
Oder du entdeckst eine unangenehme Wahrheit, die viele Unternehmer:innen trifft:
Die Illusion der Rentabilität.

Denn das ist die nächste Falle, in die wir oft tappen:
Unser Unternehmen wirkt profitabel – auf dem Papier.
Die Umsätze stimmen. Die Aufträge laufen.

Aber warum ist das Konto leer?
Warum fühlt es sich nicht so an, als ob wirklich etwas „für mich“ bleibt?

 

🔜 Was dich im nächsten Artikel erwartet

Im nächsten Artikel nehmen wir genau das unter die Lupe:
Warum scheinbar gesunde Unternehmen in finanzielle Schieflage geraten –
und wie du erkennst, ob du echte Gewinne machst oder nur Papiergewinne verwaltest.

Denk daran:
Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt.
Und der erste Schritt zur finanziellen Freiheit ist, die Augen zu öffnen – ohne Illusionen.

✨ Mach die Vorhänge auf. Es könnte heller sein, als du denkst.

Hol dir mein E-book und wach endlich auf mit Geld auf dem Konto.